Der Gourmetführer Gault&Millau feiert sie als kulinarisches Juwel Niederschlesiens. Polens Sternekoch Wojciech Modest Amaro zaubert aus ihnen eine Nachspeise am Stiel. Die Sery Łomnickie, die Lomnitzer Ziegenkäsespezialitäten von Bożena und Daniel Sokołowski betören die edelsten Gaumen. Seit einigen Jahren gehören d ie mal würzigen, mal herben oder süßen Bioerzeugnissezur Liste der Traditionsprodukte des polnischen Landwirtschaftsministeriums.
Die Erfolgsgeschichte der Familie Sokołowski ist eng verbunden mit dem unweit von Jelenia Góra (Hirschberg) gelegenen Schloss von Łomnica (Lomnitz). Als Bożena Sokołowska erstmals ihre bis dato nur als Hobby hergestellten Leckereien auf einem der traditionellen Jahrmärkte präsentierte, die Elisabeth von Küster seit vielen Jahren erfolgreich auf dem Schlossgut organisiert, rissen ihr die Besucher den Käse förmlich aus der Hand. Die Schlossherrin ermunterte das Ehepaar, weiter auf tier- und umweltfreundliche Erzeugung zu setzen und für den Verkauf zu produzieren. Danach folgte eine Auszeichnung auf die andere und während des zweiten Gipfels der Östlichen Partnerschaft der EU 2011 durften die Sery Łomnickie die Gaumen der europäischen Staatsoberhäupter kitzeln.
Bioziegenhof "Kozia Łąka"Angefangen hatte alles ganz anders: Die Sokołowskis betrieben in Jelenia Góra eine Computerfirma und wollten sich nur einen ruhigen Alterssitz im Grünen aufbauen. Die Ziegen schafften sie damals an, um den Rasen kurz zu halten und etwas allergikergeeignete Milch für den Enkel zu haben. Schnell stellte sich heraus, dass die beiden Ziegendamen Baśka und Condolizza mehr Milch gaben, als getrunken werden konnte. Mithilfe eines Landfrauenratgebers aus dem frühen 20. Jahrhundert und den Tipps der Schwiegermutter stellte Bożena Sokołowska den ersten Labkäse nach traditionell ostpolnischer Art her.
Das Geheimnis der Herstellung liegt in erster Linie in der Qualität der Ziegenmilch. Die munteren Tiere leben auf der Kozia Łąka in weitgehender Freiheit und ernähren sich wie in der freien Natur von Gras und frischen Trieben. Für die meisten Käseprodukte wird dann die naturbelassene Rohmilch verwendet. Eine Ausnahme bildet der Helva-Käse, eine ganz besondere Spezialität. Wie beim norwegischen Geitost wird die Ziegenmolke in einem mehrstündigen Prozess karamellisiert. Dadurch erhält der Käse eine nussige, herzhaft-süßliche Note.

Edelkäse vom Bioziegenhof "Kozia Łąka"“Natürlich kann man unseren Käse auch einfach auf Brot essen, wenn man hungrig ist. Am besten schmecken sie aber, wenn man sie unter guten Freunden mit einem schönen Glas Wein genießt“, erklärt Bożena Sokołowska. “Auch nach zehn Jahren ist immer wieder eine kleine Dosis Adrenalin dabei, wenn ich etwas Neues ausprobiere“, schmunzelt die lebensfreudige Seniorin. Es gebe eine Vielzahl von Faktoren, die zu beachten sei, von der Jahreszeit über das Futter der Ziegen bis hin zur Milchqualität. Ein gutes Produkt zeichne sich aber nicht nur durch einen unnachahmlichen Geschmack, sondern auch durch wiederholbare Produktionsfähigkeit aus. Frische Minze, Bärlauch, Ingwer oder Schwarzkümmel verleihen dem gereiften Käse, der eine angenehm milde Ziegennote trägt, einen zusätzlichen Pfiff. Das Sortiment wurde im Laufe der Zeit auch um Käsesorten aus Kuhmilch erweitert. Wer sich von der Qualität der Biokäsesorten überzeugen will, kann sie neben Butter, Milch und Joghurt im Milchladen (Hala Mleczna) in Lomnitz und im Gutshof von Schloss Lomnitz kaufen.