Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 erhielten die evangelischen Christen in Niederschlesien das Recht auf drei eigene Gotteshäuser. Doch so leicht wollte es der katholische Kaiser Ferdinand III. seinen protestantischen Landeskindern nicht machen. Und so durften die neuen Kirchen nur unter strengen Auflagen erbaut werden – mit Lehm, Holz und Stroh, ohne Glockenturm und außerhalb der Stadtzentren. Die Protestanten nahmen die Herausforderung an und bauten Kirchen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte. Außen schlicht, innen dafür umso reicher geschmückt und mit Platz für mehrere Tausend Gläubige. Die Kirche in Głogów (Glogau) fiel schon früh einem Brand zum Opfer, die beiden anderen in Świdnica (Schweidnitz) und Jawor (Jauer) gehören seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die 1957 fertiggestellte Friedenskirche in Schweidnitz bietet mit ihren zwei- und dreigeschossigen Emporen Platz für 7.500 Besucher. Sie ist im barocken Stil üppig ausgestattet. Blickfänge sind die Deckenmalereien, der Hochaltar mit seinen sechs Marmorsäulen sowie die Loge der Familie von Hochberg, Besitzer des nahegelegenen Schlosses Fürstenstein.  Die Kirche erhielt später einen separaten Glockenturm. Umgeben ist sie von einer etwa einen Kilometer langen Mauer. Auf dem Gelände befindet sich unter anderem das frühere evangelische Lyzeum, das heute als Gästehaus genutzt wird. Ins ehemalige Torhaus zog ein Café, im Glockenhaus gibt es ein UNESCO-Informationszentrum.

Sehenswert ist auch das Stadtzentrum von Schweidnitz rund um den Rynek (Marktplatz) mit dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Rathaus. Die Straßen der Altstadt sind mit prächtigen Bürgerhäusern aus der Zeit der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus bebaut. Sehenswert ist auch die aus dem 14. Jahrhundert stammende katholische Pfarrkirche St. Stanislaus und St. Wenzel am pl. Jana Pawła II., deren 103 Meter hoher Turm zu den größten im Lande gehört.

Die Friedenskirche in Jauer steht der in Schweidnitz kaum nach.  Mit ihren vier Emporen bietet sie Platz für bis zu 6.000 Besucher. Die Emporen tragen 200 Gemälde, die auf Holz oder Flachsleinen aufgetragen wurden und  überwiegend Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zeigen. Vollständig ausgemalt wurde auch die Kassettendecke. Wie in Schweidnitz verfügt sie über prächtige Logen und einen barocken Hochaltar.

Unweit von Schweidnitz liegt in Krzyżowa (Kreisau) das ehemalige Gut des Grafen von Moltke, einst Treffpunkt der Wiederstandsgruppe des „Kreisauer Kreises“. Das verfallenen Gut wurde zu einer Jugendbegegnungsstätte umgebaut. Auf dem ehemaligen Berghof erinnert eine Dauerausstellung an den Widerstand gegen die Nazidiktatur und die Bürgerbewegungen in Mittel- und Osteuropa.

Von Hirschberger Tal rund um Jelenia Góra nach Jauer sind es etwa 45, nach Schweidnitz rund 65 Kilometer.