Das Kloster in Krzeszów (Grüssau) gehört zu den bedeutendsten spätbarocken Sakralbauten in Schlesien, die 1735 fertiggestellte Abteikirche der Gnadenreichen Mutter Gottes gilt als größte Barockkirche der Region.

Zwei mächtige Türme flankieren den Haupteingang zur Abteikirche, deren Wände und Decken mit Fresken geschmückt sind. Am Hauptaltar befindet sich das eher unscheinbare,  auf Lärchenholz gemalte Gnadenbild der Madonna mit dem Jesuskind, um das sich viele Legenden ranken. Vor einem Angriff der Hussiten war es 1426 so gut versteckt worden, dass es erst rund 200 Jahre später wiederentdeckt wurde. 1997 wurde es vom damaligen Papst Johannes Paul II. gekrönt. An die Kirche schließt sich das Mausoleum der Schweidnitzer Piasten mit den Sarkophagen der Fürsten Bolko I. und Bolko II. an.

Neben der Abteikirche erhebt sich die rund 40 Jahr ältere St.-Josephs-Kirche. Michael Willmann, einer der bedeutendsten Barockmaler Europas, schuf dort 50 Fresken, die dem Leben des Heiligen Joseph gewidmet sind.

Benediktinerinnen aus Lemberg übernahmen nach 1945 das Kloster. Sie versteckten nach ihrem Einzug wertvolle Archivmaterialien aus deutschen Zeiten und schützten sie so vor dem Zugriff des Staates. Erst vor wenigen Jahren wurden die Schätze wiedergefunden und sind Interessierten im Archiv des Klosters wieder zugänglich.

Unweit des Klosters liegt die alte Leinenweberstadt Kamienna Góra (Landeshut), deren Marktplatz von schönen Laubenhäusern umgeben ist. In einem der Gebäude befindet sich das Regionalmuseum, das sich insbesondere der Geschichte der Weberei widmet (Muzeum Tkactwa, Mo-Fr 8.30-15.30, Sa 9.40-15 Uhr). Am Rande der Altstadt entstand Anfang des 18. Jahrhunderts die Dreifaltigkeitskirche, als eine von sechs schlesischen Gnadenkirchen, die der evangelischen Bevölkerung damals von Seiten der Habsburger zugestanden worden waren.

Das Kloster Grüssau liegt etwa 40 Kilometer südöstlich vom Hirschberger Tal um Jelenia Góra.