Namensgeberin des Hirschberger Tals ist die Kreisstadt Jelenia Góra (Hirschberg), die mit ihren eingemeindeten Stadtteilen zusammen etwas 80.000 Einwohner zählt. Hirschberg erhielt schon im Jahr 1288 das Stadtrecht und erlebte seit dem 16. Jahrhundert als Zentrum des Leinenhandels ihre Blütezeit.

Der rechteckige Marktplatz mit seinen pastellfarbigen Laubenganghäusern zählt zu den schönsten baulichen Ensembles im Süden Polens. Die Häuser entstanden nach dem großen Stadtbrand von 1634. Das Rathaus im barock-klassizistischen Stil auf der Mitte des Platzes ist etwa 100 Jahre jünger.

Eine Fußgängerzone führt vom Marktplatz ostwärts durch das frühere Schildauer Stadttor zur Heiligkreuz-Kirche. Sie wurde Anfang des 18. Jahrhunderts als eine von sechs evangelischen Gnadenkirchen in Schlesien erbaut und bietet 4.000 Besuchern Platz. Die Orgel des Berliner Meisters Johann Michael Röder zählt zu den größten in Schlesien und ist für ihren hervorragenden Klang berühmt. Auf dem benachbarten Friedhof liegen 18 ehemalige Schleierherren begraben, die mit dem weltweiten Verkauf von schlesischem Leinen ein Vermögen erwarben. Ihr prachtvollen Grüfte wurden erst vor wenigen Jahren restauriert.

In der ul. Matejki befindet sich das 1914 eröffnete Riesengebirgsmuseum (Muzeum Karkonoski), das über eine der größten europäischen Glassammlungen mit rund 8000 Exponaten verfügt. Klassische aber auch Jazzkonzerte finden in der Filharmonia Dolnośląska statt, der niederschlesischen Philharmonie.

Der älteste Kurort der Sudeten, Cieplice Sląskie-Zdrój (Bad Warmbrunn), wurde 1975 nach Hirschberg eingemeindet. Zisterziensermönche ließen dort schon im 16. Jahrhundert das erste Kurhaus errichten. Bis heute ist Bad Warmbrunn ein wichtiges Kurzentrum geblieben. Die heißen Quellen unter der Gemeinde werden auch vom neuen Thermalbad Termy Cieplickie genutzt.

Im Zentrum von Cieplice, am plac Piastowski, befindet sich das mächtige Schloss der Grafen von Schaffgotsch aus dem 18. Jahrhundert, das heute als Außenstelle der TU in Wrocław (Breslau) genutzt wird. Hinter dem Schloss beginnt der Kurpark an, der im 19. Jahrhundert im englischen Stil angelegt wurde. Dort befinden sich das Kurtheater und eine Trinkhalle. An den Kurpark schließt sich der Anfang des 20. Jahrhunderts angelegte Norwegische Park an. Das rund 100 Jahre alte Blockhaus im Park, eine Kopie des berühmten Osloer Restaurants ›Frogner seteren‹, beherbergt eine Ausstellung des Naturkundlichen Museums.