Keramik aus Bunzlau genießt in aller Welt einen guten Ruf. Im heutigen Bolesławiec widmen sich viele Manufakturen der Produktion von Tonwaren. Einige der schönsten Exemplare aus den vergangenen Jahrhunderten sind im örtlichen Museum zu sehen. Jedes Jahr im August, während der Tage der Keramik, findet ein Umzug statt, für den sich die Teilnehmenden von Kopf bis Fuß mit Ton beschmieren.

Eine grüne Promenade umgibt anstelle der früheren Stadtmauern das Zentrum der rund 50.000 Einwohner zählenden Stadt. Die Mauer blieb nur in Fragmenten erhalten. Mittelpunkt der Altstadt ist der Rynek (Ring).  Im Zentrum erhebt sich das alte Rathaus, dessen Geschichte bis ins späte 15. Jahrhundert zurückreicht. Es präsentiert sich heute in einer Mischung aus Elementen der Renaissance und des Barocks. Ein Blickfang sind die Sgraffitos an der Außenmauer. Bunte Bürgerhäusern aus verschiedenen Epochen umgeben de Marktplatz. Einige der dortigen Restaurants haben schon eine Jahrhunderte alte Tradition.

Das 1908 eröffnete Keramikmuseum in der ul. Mickiewicza 13 widmet sich der Töpferkunst in der Stadt. Zu sehen sind meisterhafte Exponate aus mehreren Jahrhunderten. Zu den sehenswertesten Gebäuden der Stadt gehört die spätgotischen Kirche Maria Himmelfahrt und St. Nikolai, deren Inneres nach einem Brand barock umgestaltet wurde. Am Rande der Stadt befindet sich eine der längsten Eisenbahnbrücken Europas. Sie wurde 1844-1846 im Stil eines römischen Aquädukts erbaut, misst 490 Meter und überquert den Fluss Bóbr (Bober).

In Bolesławiec gibt es zahlreiche Manufakturen, die eine Besichtigung der Produktion und einen Fabrikverkauf anbieten. Einige davon haben auch sonntags geöffnet. Der Welt der Keramik widmet sich auch ein Stadtfest, das jedes Jahr im letzten Augustwochenende veranstaltet wird. In diesem Rahmen findet auch die Gliniada, die Lehmparade, statt. Einige hundert Menschen ziehen dabei in weißer Kleidung und komplett mit Ton beschmiert durch die Stadt. Die besten Kostüme werden prämiert.

Etwa zehn Kilometer nordwestlich von Bunzlau liegt das Dorf Kliczków (Klitschdorf). Das vierflügelige Renaissanceschloss wurde Anfang des 21. Jahrhunderts wieder aufgebaut und beherbergt heute ein Hotel mit Restaurant. Im 50 Hektar großen Schlosspark an der Kwisa (Queiß) erinnert ein Gedenkstein an den Friedhof für Pferde und Hunde, den frühere Bewohner dort anlegen ließen.

Bolesławiec liegt etwa 55 km nördlich vom Hirschberger Tal und Jelenia Góra.