Ein Auftritt des Jazzmusikers Stanisław Sojka gehört zu den Höhepunkten beim vierten Festival dell’ Arte im Hirschberger Tal der Schlösser und Gärten. Rund um die Stadt Jelenia Góra (Hirschberg) können Besucher vom 15. bis 23. August 2015 hochkarätige Ausstellungen, Konzerte sowie Theatervorstellungen und Lesungen bei freiem Eintritt erleben. Musik erfüllt den historischen Landschaftspark von Bukowiec (Buchwald) bereits am 21. Juni. Ganz der regionalen Leinweberkunst gewidmet ist das Leinenfest, das vom 27. bis 28. Juni auf dem Schloss und Gut Łomnica (Lomnitz) veranstaltet wird.
Schon im 19. Jahrhundert waren die Schlösser und Gärten des Hirschberger Tals ein Zentrum des kulturellen Lebens. Bekannte Maler und Schriftsteller wie Caspar David Friedrich oder Theodor Fontane weilten dort als Gäste. An diese Tradition knüpft das Festival dell’ Arte an, das bereits seit 2012 jedes Jahr im August veranstaltet wird. Auch für 2015 konnte die Stiftung der Schlösser und Gärten im Hirschberger Tal wieder renommierte Künstler aus Polen und anderen Ländern zur Teilnahme gewinnen. Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe am 15. August mit einem Konzert von Jadwiga Rappé und dem Polnischen Quartett der Deutschen Oper Berlin im Schloss von Wojanów (Schildau).
An diesem Tag werden dort sowie im Pałac Pakoszów (Schloss Wernersdorf), dem Vorwerk von Schloss Buchwald, im Theater von Jelenia Góra sowie auf Zamek Karpniki (Schloss Fischbach) verschiedene Ausstellungen eröffnet. Zu sehen sein werden unter anderem Werke des 2004 verstorbenen Malers Jerzy Duda-Gracz, Glaskunst von Tomasz Urbanowicz, Keramikskulpturen von Anna Malicka-Zamorska und Katarzyna Kielan, Fotografien von Hanna Snijder und Tomasz Terlecko sowie Skulpturen von Stanisław Wysocki. Vom 16. bis 19. August finden verschiedene thematische Konzerte statt. So präsentiert beispielsweise das Lewandowski Masters Quintet am 17. August mit „The fifth season“ seine jazzige Interpretation der Musik von Antonio Vivaldi. Als Kulisse dient der Kurpark im Hirschberger Stadtteil Cieplice Śląskie-Zdrój (Bad Warmbrunn).
Am 22. August wird mit einem Klavierkonzert der japanischen Künstlerin Yoko Kikuchi der Kachelsalon im Pałac Pakoszów eröffnet. Der vollkommen mit Delfter Kacheln ausgekleidete Raum diente wohl ursprünglich als Herrenzimmer, wurde in den vergangenen Jahren originalgetreu restauriert und soll künftig Gästen für besondere Anlässe zur Verfügung stehen. Mit Stanisław Sojka steht am gleichen Abend einer der bekanntesten polnischen Jazz-Solisten auf der Bühne der Kunstscheune in Bukowiec. Zum Abschluss erweckt am 23. August schließlich ein Konzert mittelalterlicher Musik die Wieża Książeca, den ehemaligen Fürstenturm von Siedlęcin (Boberröhsdorf), zu neuem Leben. Der gotische Wohnturm beherbergt sehr gute erhaltene Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert, die unter anderem die Ritter der Tafelrunde zeigen.
Gänzlich der Musik gewidmet ist bereits der 21. Juni, an dem seit den 1980er Jahren in zahlreichen Ländern die Fete de la musique gefeiert wird. Am Tag der Sommersonnenwende verwandelt sich das Park- und Schlossensemble in Bukowiec in eine einzige Bühne. Gäste erwartet in diesem Jahr von 11 bis 20 Uhr eine Reise von klassischer über Folk- bis hin zu Jazzmusik und Tanzvorführungen. Wer will, kann zudem an einem der Musik- und Tanzworkshops teilnehmen. Den Auftakt macht der Hirschberger Künstler Jacek Szreniawa, der ab 11 Uhr einen Musikworkshop anbietet. Heiße Rhythmen gibt es dann ab 18 Uhr bei einer Vorführung mit Flamenco und orientalischen Tänzen. Für die Kleinsten gibt es zur Fete eine spezielle Musikecke, zwischen den Auftritten steht die Bühne den Besuchern zur freien Verfügung.
Auch auf dem Schloss von Staniszów (Stonsdorf) wird die Johannisnacht mit einem Konzert gefeiert. Gäste können sich am 21. Juni von den Brüdern Adam und Michał Wróblewski an Cello und Violine in fantastische Klangwelten entführen lassen. Die beiden Musiker und Komponisten studierten unter anderem in Poznań (Posen) und sind seit vielen Jahren als Theater- und Filmmusiker sowohl in Polen als auch Deutschland bekannt.
Leinen hat zwar in den Bergregionen Niederschlesiens eine jahrhundertelange Tradition, muss aber noch lange nicht altbacken daherkommen. Davon können sich die Besucher des traditionellen Leinenfestes in Łomnica überzeugen. Die Pflege des alten Kulturgutes geht dort Hand in Hand mit einer Präsentation von modernem Design aus Polen und anderen Ländern. Am 27. und 28. Juni können Besucher auf dem Schloss und Gutshof in Lomnitz das leichte und doch strapazierfähige Material in unterschiedlichsten Ausführungen erleben. Von klassischer Landhauswäsche über moderne Businesskleidung bis hin zur extravaganten Abendgarderobe reicht die Bandbreite. Live-Musik, ein Mitmachprogramm für Groß und Klein sowie kulinarische Spezialitäten schaffen den angemessenen Rahmen für die Veranstaltung.
Weitere Informationen zum Programm des Festivall dell’ Arte unter www.festivaldellarte.eu


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