Welterbestätten und Naturparadiese 

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Touren vom Hirschberger Tal durch das Dreiländereck 

Die Schlosshotels im Hirschberger Tal bieten sich nicht nur für ein romantisches Wellness-Wochenende an, sie sind auch ein idealer Ausgangspunkt, um das Dreiländereck zwischen Polen, Deutschland und Tschechien zu entdecken. Faszinierende Berge, historische Städte, Nationalparks und UNESCO-Welterbestätten sind von dort leicht zu erreichen. Einige davon auch ohne Auto.

Die Spitze der 1.602 Meter hohen Schneekoppe bestimmt das Panorama des Riesengebirges und faszinierte schon im 19. Jahrhundert die Künstler und Adeligen, die sich im Hirschberger Tal niederließen. Eine Sichtachse zur Schneekoppe war für Schlösser wie Łomnica (Lomnitz) oder Staniszów (Stonsdorf) ein Muss. Bis heute hat der Gipfel nichts von seiner Faszination eingebüßt und ist das Ziel vieler Wanderer, die in den Sommermonaten den tschechischen und polnischen Riesengebirgs-Nationalpark bevölkern. Hunderte Kilometer gut ausgeschilderter Wanderwege führen durch die romantische Berglandschaft. Zu den schönsten Abschnitten gehört der 28 Kilometer lange Kammweg entlang der polnisch-tschechischen Grenze.

Wer den schweißtreibenden Aufstieg vermeiden möchte, kürzt mit dem betagten Sessellift ab, der seit den 1950er Jahren von Karpacz (Krummhübel) zur Kleinen Koppe führt oder nimmt einen kleinen Umweg ins tschechische Pec pod Sněžkou (Petzer) in Kauf. Von dort führt eine moderne Gondelbahn bis zur Spitze der Schneekoppe, die einen grandiosen Panoramablick bietet. Unweit der Talstation in Petzer lockt der Relaxpark junge Besucher mit Sommerrodelbahn, Seilrutsche, Klettermöglichkeiten, Trampolinen und extremen Rutschen.

Einen erhöhten Adrenalinpegel garantieren die Mountainbike-Trassen der Region. Zu den wichtigsten Destinationen für Mountainbiker zählt der „Singltrek pod Smrkem“ (Singletrail an der Tafelfichte) im Isergebirge. Der vom walisischen Designer Dafydd Davis eingerichtete Komplex bietet insgesamt zwölf Strecken mit einer Gesamtlänge von fast 80 Kilometern. Die zwischen dem tschechischen Nové Město pod Smrkem (Neustadt an der Tafelfichte) und dem polnischen Świeradów Zdrój (Bad Flinsberg) gelegenen Trassen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades sind für Kinder wie für Profis geeignet. Ein Portal für Mountainbiker kürte die etwa 40 Kilometer von Jelenia Góra gelegene Destination kürzlich zu einem der sechs Traumspots weltweit für Mountainbiker.

Nicht nur die Schloss- und Parkensembles des Hirschberger Tals sind eine Reise wert. Das Dreiländereck verfügt über sehenswerte historische Städte, Architekturschätze und sogar Welterbestätten der UNESCO. Einige von ihnen sind auch ohne Auto gut zu erreichen, denn die Bahnverbindungen wurden in den vergangenen Jahren modernisiert und ausgebaut. So verkehrt seit vergangenem Dezember fünfmal täglich ein moderner Regionalzug von Jelenia Góra nach Görlitz. Rund anderthalb Stunden dauert die Fahrt, so bleibt genügend Zeit, bei einem Tagesausflug die liebevoll restaurierte Altstadt von Görlitz zu erleben und einen Ausflug über die Fußgängerbrücke in die polnische Schwesterstadt Zgorzelec zu unternehmen. Dort wurde die Uferpromenade mit ihren kleinen Kneipen und Cafés erst vor wenigen Jahren neu angelegt.

Vom Palast in Pakoszów (Wernersdorf) ist es nur ein Katzensprung in den polnischen Ferienort Szklarska Poręba (Schreiberhau). Von dort fährt ein Regionalzug in weniger als zwei Stunden ins tschechische Liberec (Reichenberg). Auf der romantischen Bergstrecke liegt die Glasbläserstadt Jablonec nad Nisou (Gablonz an der Neiße) mit seinem bedeutenden Glas- und Schmuckmuseum. Liberec ist mit mehr als 100.000 Einwohnern die größte Stadt Nordböhmens. Mittelpunkt der historischen Altstadt ist das eindrucksvolle Rathaus im Stil der Neorenaissance. Etwas außerhalb des Zentrums befindet sich der Botanische Garten, die älteste Anlage ihrer Art in Tschechien. Im Stadtteil Vratislavice (Maffersdorf) eröffnete unlängst im restaurierten Geburtshaus von Ferdinand Porsche eine Ausstellung über Leben und Wirken des Auto-Pioniers. Wissenschaft zum Anfassen bietet das 2014 eröffnete Science Centre „iQLANDIA“.Besucher können in dem unweit der Altstadt gelegenen futuristischen Gebäude Mensch, Natur und Kosmos auf spielerische Art und mit modernsten Mitteln entdecken. Neben Hunderten von Mitmachstationen bietet iQLANDIA auch humorvolle ScienceShows und ein 3D-Planetarium.

Die zum UNESCO-Welterbe gehörenden barocken Friedenskirchen von Jawor (Jauer) und Świdnica (Schweidnitz) lassen sich gut im Rahmen einer Rundtour mit dem Auto vom Hirschberger Tal aus erkunden. Sie gelten als größte hölzerne Fachwerkkirchen Europas. Nur wenige Kilometer entfernt liegt Krzyżowa (Kreisau) mit dem ehemaligen Gut von Helmuth James Graf von Moltke. Im Schloss ist eine Ausstellung zum Widerstand des Kreisauer Kreises gegen den Nationalsozialismus zu sehen. Die Geschichte über einen angeblichen Goldzug der Nazis machte das nahegelegene Wałbrzych (Waldenburg) in aller Welt bekannt. Während man danach bisher vergeblich suchte, sind andere touristische Schätze in der ehemaligen Bergarbeiterstadt real zu erleben. So das neue Wissenschafts- und Kulturzentrum „Stara Kopalnia“, das auf dem Gelände eines alten Bergwerks entstand und ein Museum zur Bergwerksgeschichte sowie Ausstellungsräume für moderne Kunst beherbergt. Schlesiens größte Adelsresidenz, das Schloss Książ (Fürstenstein), das Geburtshaus des Literatur-Nobelpreisträgers Gerhart Hauptmann im Kurort Szczawnica (Bad Salzbrunn) und das barocke Zisterzienserkloster von Krzeszów (Grüssau) sind weitere Stationen einer Tagestour durch Niederschlesien.

Die Schlosshotels in Pakoszów, Staniszów oder Łomnica geben Ihren Gästen Tipps für Ausflüge und organisieren auf Wunsch auch Transfers zu den nächstgelegenen Bahnhöfen.

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