Nostalgiefahrt auf der Zackenbahn

Verbindung von Polen nach Tschechien feiert Geburtstag

Widok_z_Gór_IzerskichDie Zackenbahn, die Szklarska Poręba (Schreiberhau) mit der Region Liberec (Reichenbach) in Tschechien verbindet, feiert ihren 115. Geburtstag. Der als böhmische Zahnradbahn bekannte Abschnitt zwischen Tanvald (Tannwald) und Kořenov (Bad Wurzelsdorf) wurde im Juni 1902 eröffnet. Aus diesem Anlass findet rund um das kleine Museum im Bahnhof von Kořenov am 1. und 2. Juli ein großes Fest statt. Historische Sonderzüge laden zur Nostalgiefahrt ein. Fahrgäste können sich fühlen, wie vor mehr als 100 Jahren. Die Schaffner tragen originalgetreue Bahnuniformen aus der Habsburgerzeit, die liebevoll restaurierten Passagier- und Speisewagen werden von einer Dampflok gezogen.
Eigens für das Fest wird der 1989 eingestellte Zahnradbetrieb wieder aufgenommen. Die in Wien produzierte T426.0 war nach 15-jähriger Pause 1961 die erste Bahn auf der Strecke. Beim Fest wird sie vom Schienenbus „Singrovka“ unterstützt. Von Kořenov nach Harrachov (Harrachsdorf) verkehrt zudem eine 1917 erbaute Dampflok mit historischen Wagen aus den 1920er und 1930er Jahren. Im Seitenflügel des Bahnhofs von Kořenov lädt das Museum der Zahnradbahn zum Besuch ein. Im wiederaufgebauten Bahnschuppen werden historische Lokomotiven und Waggons ausgestellt. Zudem verkehren historische Busse zu beliebten Ausflugszielen im Isergebirge.
Die gesamte Zackenbahn wurde am 20. Oktober 1902 als Lückenschluss zwischen den beiderseits der preußisch-böhmischen Grenze kurz zuvor entstandenen Stichbahnen erbaut. So war erstmals ein durchgehender Bahnverkehr von Reichenbach über das schwierige Gelände von Iser- und Riesengebirge bis nach Hirschberg möglich. Von diesen beiden Endhalten ging es jeweils weiter in Richtung Dresden und Breslau. Benannt wurde die Trasse nach dem Fluss Zacken, dessen Verlauf sie über weite Strecken folgt. Seit 2010 verkehren erstmals nach 1945 wieder regelmäßige Züge zwischen den benachbarten Ferienorten Szklarska Poręba und Harrachov. Seit 2015 wurde die Direktverbindung nach Liberec verlängert.
Kořenov liegt direkt an der polnisch-tschechischen Grenze. Gäste des Fünf-Sterne-Schlosshotels in Wernersdorf erreichen den Ort vom nahe gelegenen Bahnhof Piechowice Dolne (Niederpetersdorf) mit Umstieg in Szklarska Poręba in rund einer Stunde und zehn Minuten. Gäste der Schlosshotels in Łomnica (Lomnitz) oder Staniszów (Stonsdorf) fahren direkt ab Jelenia Góra und benötigen von dort etwa 15 Minuten länger. Kurz hinter Petersdorf beginnt der Aufstieg der Strecke in einer weit gezogenen Schleife, beim Höhenstadtteil Jakuszyce (Jakobsthal) hat sie ihren Scheitelpunkt erreicht und führt nach der Staatsgrenze wieder abwärts. Zwischen Tanvald und Kořenov ist auf kurzer Strecke ein Höhenunterschied von 235 Metern zu überwinden. Die dortige Zahnradbahn steht seit 1992 unter Denkmalschutz und ist eine der letzten funktionstüchtigen ihrer Art in ganz Europa.
Info unter www.zubacka.cz.

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