Jazzgrößen im Hirschberger Tal

IMG_9976Das Festival dell’Arte feiert seine fünfte Ausgabe. Zum Jubiläum vom 13. bis 21. August haben sich Stars wie Dave Douglas, Leszek Możdżer und Anna Maria Jopek angesagt. Als Kulisse für die hochkarätigen Konzerte, Ausstellungen und Performances dienen die Schloss- und Parkensembles im Hirschberger Tal der Schlösser und Gärten rund um die Kreisstadt Jelenia Góra (Hirschberg). Mit der Veranstaltungsreihe wollen die Veranstalter der Stiftung Tal der Schlösser und Gärten an die Kunst- und Kulturtradition des 19. Jahrhunderts anknüpfen.
Ein großer Wurf ist den Organisatoren des Festival dell’Arte in diesem Jahr gelungen. Mit Dave Douglas und Leszek Możdżer konnten sie zwei international renommierte Größen der Jazzszene für Auftritte gewinnen. Der US-amerikanische Trompeter Douglas wird das Publikum gleich am ersten Abend im Palast- und Parkensemble von Bukowiec (Buchwald) von seinem Können überzeugen. Zuvor findet in der Herz-Jesu-Kirche von Mysłakowice (Zillerthal-Erdmannsdorf) das Eröffnungskonzert mit dem Concertino Chamber Orchestra unter der Leitung von Michael Maciaszczyk statt. Das Nachwuchsorchester aus dem kleinpolnischen Myślenice zählt mittlerweile zu den großen Nachwuchshoffnungen der polnischen Klassikszene.
Das Märchenschloss von Wojanów (Schildau) bietet die Kulisse für das Konzert von Leszek Możdżer am 18. August. Der weltbekannte Jazz-Pianist ist auch Direktor des renommierten Festivals Jazz an der Oder in Wrocław (Breslau). Anna Maria Jopek zählt zu den weltweit bekanntesten polnischen Musikern der Gegenwart. An der Manhattan School of Music studierte sie Jazzgesang, an der Warschauer Akademie Klavier. Die Früchte ihrer langjährigen Bühnen- und Studioerfahrung präsentiert sie am 14. August in Bukowiec.
Am selben Tag können Kulturinteressierte an der Vernissage für mehrere Ausstellungen im Schloss Schildau teilnehmen. Gezeigt werden die Werke verschiedener zeitgenössischer Künstler. Der seit 1980 in Polen lebende Litauer Stasys Eidrigevičius wurde als Maler, Buchillustrator und Plakatkünstler vielfach international ausgezeichnet. Jacek Opała führt die Keramiktradition seiner Heimatstadt Bolesławiec (Bunzlau) auf freie künstlerische Weise fort und schafft vor allem fragmentarisch anmutende Körperskulpturen. Der 1986 geborene Manfred Bator zählt zu den wichtigsten polnischen Nachwuchskünstlern im Bereich Malerei und Grafik. Mit dem Architekten und Glaskünstler Tomasz Urbanowicz stellt ein regelmäßiger Gast des Festival dell’Arte neue Werke aus.
In diesem Jahr sind wieder mehrere Ensembles polnischer Musiker vertreten, die ihr tägliches Brot auf den großen Bühnen der Welt verdienen. So etwa das Polnische Quartett der Berliner Philharmoniker, das am 18. August auf Schloss Karpniki (Fischbach) auftreten wird oder das Wiener Belvedere Orchester, das am 20. August auf Schloss Schildau eine Gala mit Wiener Klassikern spielt. Geleitet wird das Ensemble von Michael Maciaszczyk, dem künstlerischen Leiter des Festivals. Der gebürtige Schlesier aus Opole (Oppeln) war bereits mit 21 Jahren Konzertmeister des Wiener Kammerorchesters und spielte über 20 Jahre mit den wichtigsten Orchestern der Donaumetropole. Auf den großen Bühnen der Welt ist auch die polnische Opernsängerin Jadwiga Rappé zuhause, die am 19. August in Wojanów auftreten wird. Zum Abschluss laden die Veranstalter am 21. August zum „Café Tango“ in den Kurpark von Cieplice Śląskie-Zdrój (Bad Warmbrunn) ein. In Bukowiec findet zudem ein Konzert des US-amerikanischen Sängers Kenny James statt, der 1988 Sieger beim Internationalen Musikfestival im polnischen Sopot (Zoppot) war.
Wer schon vor dem Festival das Hirschberger Tal besucht, der kann am 18. und 21. Juni erleben, wie sich das Palast- und Parkensemble von Bukowiec in die Kulisse für die Fete de la musique verwandelt. Am 25. Juni findet in der Kulturscheune von Bukowiec die achte Schau der Volks- und Folkloreensembles statt. Vom 27. Juli bis 28. August können Musikliebhaber erstklassige Opernkonzerte beim Festival „Rübezahls musikalischer Garten“ in Kowary (Schmiedeberg), Karpacz (Krummhübel), Jagniątków (Agnetendorf) sowie Jelenia Góra und Bukowiec erleben.
Das Hirschberger Tal liegt im Südwesten Polens, etwa eine Autostunde vom Grenzübergang Görlitz entfernt. Infos zum Programm des Festivals unter www.festivaldellarte.eu

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